Informationen zur Aktuellen Stunde Oktober 2022

Podcast – Themen der Aktuellen Stunde Oktober 2022 (05m54s)

Am 25. und 28. Oktober 2022 finden die nächsten Termine der Onlineseminar-Reihe Aktuelle Stunde im Steuerrecht statt.

Die Aktuelle Stunde im September 2022 informiert umfassend über die aktuellen Gesetzesbeschlüsse, Verwaltungsanweisungen und höchstrichterliche Rechtssprechung. Anbei ein Auszug aus den Themen:

Auswirkung von BaföG-Zuschüssen auf Unterhaltsaufwendungen

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 08.06.2022 (Az. VI R 45/20) entschieden, dass anrechenbare Einkünfte im Sinne des § 33a Abs. 1 Satz 5 EStG, die nach einkommensteuerrechtlichen Vorschriften zu ermittelnden Einkünften im Sinne des § 2 Abs. 2 EStG sind. Entstehen durch den Abzug von Werbungskosten negative Einkünfte (z.B. § 19 EStG), so dürfen diese sich nicht mindernd auf anrechenbare Ausbildungshilfen, wie z.B. BaföG-Zuschüsse, auswirken.

Inflationsausgleichsprämie für Arbeitnehmer

Der Bundesrat hat am 7. Oktober 2022 seine Zustimmung zum Gesetz zur temporären Senkung des Umsatzsteuersatzes auf Gaslieferungen über das Erdgasnetz gegeben. In diesem Gesetz wurde auch die Neueinfügung des § 3 Nr. 11c EStG geregelt – der Inflationsausgleichsprämie. Bis zu 3.000 Euro können Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei an ihre Beschäftigten ausschütten.

Entwurf des Jahressteuergesetzes 2022

Der Entwurf vom 10. Oktober 2022 wurde bereits im Bundestag diskutiert und beinhaltet in der aktuellen Version viele einkommensteuerrelevante Änderungen. So soll der Sparer-Pauschbetrag erhöht, die Abzugsfähigkeit des häuslichen Arbeitszimmers modernisiert und der lineare AfA-Satz für die Abschreibung von Wohngebäuden auf 3 Prozent angehoben werden.  Ein großer Wurf ist die geplante Steuerfreistellung von PV-Anlagen bis 30 kW (peak) durch eine neue Rechtsnorm (§ 3 Nr. 72 EStG) und die gleichzeitige Erweiterung der Beratungsbefugnis um diese Fälle für Lohnsteuerhilfevereine.

Spezial-Block Kapitalvermögen

In einem größeren Block werden diverse Neuigkeiten zum Thema Kapitalvermögen behandelt. So wird das Urteil des Bundesfinanzhofes vom 23.11.2021 (Az. VIII R 22/18) zu der Verrechnung von nichtausgeglichenen Verlusten eines Ehegatten aus Kapitalvermögen und der Anrechnung ausländischer Steuern thematisiert – ebenso die geplanten Neuregelungen im Jahressteuergesetz 2022 zur Verlustverrechnung bei Ehegatten. Des Weiteren wird auch der BFH-Vorlagebeschluss vom 17. November 2020 (Az. VIII R 11/18) hinsichtlich der Verlustabzugsbeschränkung für Aktienveräußerungsverluste an das Bundesverfassungsgericht aufgegriffen und anhand eines Vergleichsbeispiels wird das geltende und das angestrebte Recht gegenübergestellt.

Keine Steuerhinterziehung bei Kenntnis des Finanzamts

Das FG Münster hat am 24. Juni 2022 über einen Fall entschieden, der jetzt beim Bundesfinanzhof liegt (Az. VI  R 14/22). Es geht um die Frage, ob Ehegatten mit Steuerklassenkombination III/V eine Steuerhinterziehung begehen können im Falle der Nichtabgabe ihrer Einkommensteuererklärung oder ob vielmehr dem Finanzamt alle notwendigen Daten (Lohnsteuerbescheinigungen) vorliegen und demnach keine Steuerhinterziehung vorliegt – entsprechend wäre auch die Auswirkung auf die Festsetzungsverjährung.   

Ehegattenunterhalt als Sonderausgaben

Hier wird nochmal die Vorgehensweise bei der Eintragung von Unterhaltsleistungen beim Geber und Empfänger behandelt. In der Praxis sind vor Allem die Fälle interessant, in denen der Empfänger nicht weiß, ob der Geber einen Sonderausgabenabzug tatsächlich verwirklicht hat. Auf die praktische Lösung dieser Fälle wird umfassend eingegangen.  

Mehr über diese und weitere spannenden Themen erfahren Sie am 25. und 28. Oktober 2022 bei dem Onlineseminar “Aktuelle Stunde im Steuerrecht”.

Anmeldungen und Terminbuchungen sind während dem Jahr jederzeit möglich.

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